![]() | Impressum | |||
|
|
|
![]() |
Presse 2007Freie Presse „Das Rennen nach Dakar ist überwältigend”Thomas Auerbach und Andre Jockusch aus Plauen haben als Mechaniker zum ersten Mal berühmteste Wüstenrallye der Welt hautnah erlebt
VON FRANK BLENZ Plauen. „Der Mythos, das Drum und Dran, das Rennen nach Dakar ist überwältigend”, schwärmen die Plauener Thomas Auerbach und Andre Jockusch über das berühmte Motorsportrennen - die Rallye Dakar. Die zwei jungen Männer tragen ihre Firmen-T-Shirts stolz wie eine zweite Haut, denn sie sind Mechaniker des Teams Maxdata-Mercedes. Und sie waren zum ersten Mal bei der „Dakar” dabei. Tag und Nacht hätten sie sich um ihren ML 350 Evo aus dem Hause Daimler-Chrysler kümmern sollen. Doch es kam alles ganz anders... „Unsere Fahrerin Ellen Lohr aus Monaco fiel schon bei der ersten Marathon-Etappe aus”, erzählt Jockusch. Ein mechanischer Defekt war es. Die Plauener konnten nicht helfen, weil sie mit ihrem Lkw eine andere Route fahren mussten. „Ellen konnte so das Zeitlimit nicht einhalten”, bedauert Jockusch. Die Techniker mussten dennoch nicht nach Hause fahren. Mit ihrem Lkw waren sie fortan zur Unterstützung eines slowenischen Unimog-Teams und bei Bedarf auch für die andere Fahrer zuständig. „Man darf sich untereinander helfen”, so Auerbach. Der Unimog, eine Art Renn-Lastwagen, hatte knapp 9000 Kilometer von Lissabon nach Dakar durch sieben Länder zu absolvieren - meist über Wüstenboden. 24 Tage lebten Auerbach und Jockusch ein Vagabundendasein. Zunächst wurden die Rallyeteams von der portugiesischen Begeisterung getragen. „Mann, was da für Menschenmassen an der Strecke standen”, erzählen die beiden Mechaniker. Später hielt die Dakar, wofür sie gefürchtet ist. Staub, Dreck, am Tag Hitze, in der Nacht Kälte, wenig Schlaf und das Wissen, es ist sehr gefährlich, ertrugen die Vogtländer klaglos. „Man geht an die physischen Grenzen, denn man will ja in Dakar ankommen”, beschreibt Auerbach den unbändigen Ehrgeiz. Die Rallye mit manchen Tagesetappen von über 800 Kilometer forderte von Material und Teilnehmern alles. „Das Fahrwerk, Getriebe und die Kupplung werden besonders beansprucht”, so Jockusch, der mit seinem Partner den Unimog häufig reparierte. Tagsüber wurde gefahren, abends ging nach dem Essen die Schrauberei los. „Es gab schon ein Gemeinschaftsgefühl”, meint Jockusch über die Atmosphäre im Fahrerlager. Auch solche Stars wie Jutta Kleinschmidt und der spätere Sieger Stephane Peterhansel habe man hautnah erleben können. Doch überschwänglich familiär sei es nicht gewesen, meinen die Plauener, denn es ging ja um zu viel Geld. Jockusch und Auerbach erreichten mit dem Team Slowenien den Senegal. Die Rallye beendete diese Besatzung auf dem 44. Platz. Vorbereitung für nächste Rallye Seit dieser Woche sind die zwei Männer in Plauen wieder am Schrauben. Ihr Mercedes muss fit für die Rallye Baja Italia im März sein. Sie dient zur Vorbereitung für Sven Knorr aus Plauen, der mit Jockusch und Auerbach als Team Criog einen Termin im Kalender angestrichen hat: Januar 2008, Lissabon. Knorr wäre der erste vogtländische Fahrer bei der Dakar-Rallye. |
![]() |