Rallyesprint

Flyer vorn

VMC Plauen

VOGTLÄNDISCHER MOTORCLUB E.V.

Jedem, der den Weg auf diese Internetseite gefunden hat, dürfte der Vogtländische Motorsportclub Plauen e.V., kurz „VMC“, zumindest Ansatzweise ein Begriff sein.

Für Alle, die sich mit den aktuellen Geschehnissen rund um den Organisator der beliebten Vogtlandrallye nicht zufrieden geben wollen, beleuchten wir hier die Historie des nunmehr seit fast 50 Jahren bestehenden Clubs.

 

Am 1. September 1958 gründete sich der Motorsportclub Plauen aus der „Sektion Motorsport“ des Zellwolle-Werkes Plauen, welches damals einen Betriebsteil des Chemiefaser-Kombinats „Schwarze-Pumpe“ darstellte. Im MC fanden sich zu Beginn einige Interessengemeinschaften  zusammen, die man heute wenn überhaupt, nur noch sehr selten in organisierten Clubs erkennt. So betrieben die Genossen in Plauen, mit Hilfe des ADMV als Dachverband, die Abteilungen Straßen-Motorradsport, Orientierungssport, sowie Camping und Touristik. Diese drei Gruppen bildeten die Hauptbetätigungsfelder der im Gründungsjahr 240 eingetragenen Mitglieder. Mit der Aufnahme des Automobilsports in die Clubaktivitäten stieg die Zahl der Clubangehörigen nochmals auf 320 Personen an.

Zum Vergleich: Im Jahr 2005 bringt es der VMC immerhin auf 47 Mitglieder, die sich zu 90 Prozent dem Automobilsport, Schwerpunktmäßig dem Rallyesport, widmen.

 

Nicht von ungefähr, denn diese Variante der „Sternfahrt“ war schon bei den ersten Automobilsport betreibenden Plauenern sehr beliebt. Damals glichen die Rallyes gleichwohl noch so genannten Orientierungsfahrten. Dabei wurden die Routen mittels der vorgegebenen Ortsangaben des Streckenplanes und der Streckenskizzen, die auf vorhandene Straßenkarten übertragen werden mussten, vom Beifahrer bestimmt. Die Fahrzeit wurde aus den Entfernungsangaben und der Durchschnittsgeschwindigkeit errechnet. Während dem Zurücklegen eines Abschnittes wurden vom Veranstalter zusätzliche, unbekannte Durchfahrtskontrollpunkte eingerichtet, die von den Mannschaften angefahren werden mussten. Man  kam damals fast nie ohne „Strafpunkte“ durch eine Rallye, die sich auch durch falsches Anfahren einer dieser meist gut versteckten Kontrollen aufaddierten.

Aus dieser Zeit möge auch der Ausdruck: „Das Gehirn sitzt rechts“ stammen, der auf die Komplexität der Aufgaben und die daraus resultierende große Verantwortung der Beifahrer anspielt. Nicht weniger schwer hatten es die Fahrer, die ständig bemüht waren, ihr Fahrzeug, das oft auch Alltagsauto der Familie war, in gutem technischem Zustand zu halten und gleichzeitig die eine oder andere Verbesserung (unbemerkt von der Ehefrau) vorzunehmen. Wenn dann „Spezial- oder Sonderprüfungen“ auf dem Programm standen, bei denen eine vorherige Besichtigung nicht möglich war, musste der Fahrer oftmals all sein Können auf dem schmalen Grat zwischen Unfall und Bestzeit beweisen.

 

Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Sport weg vom Orientierungscharakter hin zum Sprintrennen. War Ende der Sechziger die fehlerfreie Handhabung von Landkarte, Uhr und Rechentabelle und die damit verbundene Strafzeit an den ZK’s das Zünglein an der Waage, entscheiden heute die erzielten Zehntelsekunden der zu absolvierenden Wertungsprüfungen über Sieg oder Niederlage. Durch die Handhabung eines Roadbooks, welches mit Hilfe von eindeutigen Meterangaben und Symboliken die Teilnehmer über die Strecken der Rallye führt, sind die Strafzeiten an den Zeitkontrollen seltener geworden und entstehen meist nur durch Unaufmerksamkeit oder Probleme auf der Verbindungsetappe zwischen zwei Kontrollen. Die Durchfahrtskontrollen sind bei den Sprintrallyes der heutigen Zeit ganz entfallen. Entscheidender für den Erfolg sind der technische Zustand des Fahrzeuges, die Genauigkeit des Aufschriebs, den die Teams vor der Rallye in einer „Einführungsrunde“ erstellen, und die Verwegenheit des Fahrers während der Hatz um Bestzeiten auf den für diesen Zweck gesperrten Straßen, Wald- und Feldwegen unterschiedlichster Beschaffenheit.

 

1972 begann der MC-Plauen selbst Motorsport-Veranstaltungen zu organisieren. Das Steckenpferd war die Ausrichtung der „Spitzenfestrallye“, in deren Durchführung die Erfahrung der Mitglieder in Sachen Rallyesport einfloss. Aufgrund dessen, und nicht zuletzt wegen der selektiven und attraktiven Wertungsprüfungen hier im Vogtland, erlangte die Rallye einen beachtlichen Stellenwert im Rahmen der Austragung der Bezirksmeisterschaften  des ADMV. Bis 1989 wurde der beliebte Wettbewerb ununterbrochen rund um Plauen ausgefahren.

Die Wende brachte auch im Bereich des nationalen Motorsports viele Neuerungen und Veränderungen mit sich, die auch vor dem MC nicht Halt machten. So kam es durch den Zusammenschluss  mit dem „MC Chemie Greiz-Döhlau“ am 14.06.1994 zu einem Neuanfang als „VMC-Plauen“. Mit diesem Schritt wurde das zwischenzeitlich etwas tristere Clubleben und die motorsportliche Betätigung des Vereins wieder angeregt. Die Mitglieder beschlossen im Zuge der Umstrukturierung auch den Wechsel des Dachverbandes, obwohl die gute Zusammenarbeit mit dem ADMV stets ohne Probleme verlief, und man operierte fortan unter dem Zeichen des AvD.

Im sportlichen Bereich stand mit der „Trabant-Trophäe“, einer Slalom-Veranstaltung nur für die Zweitakt-Trabis, und Kartveranstaltungen vor allem die erneute Ausrichtung einer Rallye im Plauener Land  auf dem Programm der Clubmitglieder.

1997 wurde erstmals nach der Wende die Wiederbelebung der „Spitzenfestrallye“ als Rallye 200 durchgeführt, welche von lediglich 6 Mitgliedern organisiert wurde. Wie sich zeigte hatte das Orga-Team nichts verlernt und die Veranstaltung wurde ein voller Erfolg. Daraus resultierte die Vergabe des „Challenge-Prädikats“ nach Plauen. Der Stellenwert der Rallye wurde in den folgenden 3 Jahren, in denen die „2.Bundesliga“ des deutschen Rallyesports in Plauen zu Gast war, betätigt und gefestigt, so das im Jahr 2001 gemeinsam mit dem MSC Pößneck ein Lauf zur Deutschen Rallyemeisterschaft ausgetragen wurde. Auch hierfür konnte der VMC Lob und Anerkennung ernten, was jedoch eine weitere Umstrukturierung innerhalb des Clubs nicht verhindern konnte.

 

Der größte Schnitt war hierbei der erneute Wechsel des Dachverbandes in umgekehrte Richtung. Nach vielen Rückschlägen und der permanenten Vernachlässigung der Clubinteressen durch den AvD, wurde am 1.08.2002 der Weg zurück zum ADMV beschlossen. In diesem Dachverband, der nach wie vor die „Ostclubs“ vereint, diese konsequent unterstützt und fördert, wird die Tradition der Vereine am Leben gehalten und sich um den Motorsport im Osten verdient gemacht. Nicht von ungefähr läuft unter der Schirmherrschaft des ADMV die erfolgreichste nationale Serie Deutschlands, der ADMV-Rallye-Pokal, in dem bis zu 90 eingeschriebene Teilnehmer um die Krone kämpfen.

Ein weiterer Punkt in der Neuorientierung der Clubaktivitäten war die Besinnung auf  eine kleinere Rallyeveranstaltung. Das „Manko“ in organisatorischen Dingen stellte die Zahl derer dar, die sich intensiv um die Ausrichtung der Rallye kümmerten. Aufgrund dessen, dass der Großteil der Mitglieder selbst aktiv Rallye fuhr, war das Organisationskomitee für die Ausrichtung einer großen nationalen Challenge-Veranstaltung einfach zu dünn. Weiterhin mussten die gestiegenen Kosten und die sich verschlechternde Sponsorensituation in Betracht gezogen werden. Um den Fortbestand einer Plauener Rallye zu sichern, ohne dabei den Bestand des Clubs zu gefährden, einigte man sich auf die Ausrichtung einer Rallye 200, die seit 2003 als „Vogtlandrallye“ an erfolgreiche Zeiten anknüpft. Wenn auch die Anzahl der Macher seitdem nicht unbedingt gewachsen ist, so konnten doch einige neue Gesichter in den Reihen der VMCler für die erfolgreiche Umsetzung der Grundidee sorgen.

 

Darauf, und auf Alle, die in der langen Vergangenheit des Clubs weder Kosten noch Mühen gescheut, ihre Arbeit und Freizeit investiert haben, sei es als Helfer an der Strecke, als Aktive im Rallyeauto oder als Mitglied der Organisation, können wir als kleiner Club mit Recht stolz sein.

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